ein aussichtsreicher Gipfel mit blühenden
Almhängen im Tal der Almen

Podcastfolge: eine spätsommerliche

Sonnenaufgangstour zum Gründegg

In dieser Folge nehme ich euch mit ins das Salzburger Land, genauer gesagt in das Tal der Almen – dem Großarltal.

Einigen von meinen treuen Weggefährten ist das Großarltal sehr bekannt, aus meiner Podcastfolge ein Juwel der Ostalpen – der Tappenkarsee und da ich  bisher nur eine Folge aus dieser schönen Gegend veröffentlicht habe, wird es nun endlich an der Zeit euch wieder von einem meiner „Lieblingsplatzln“ zu erzählen.

DAS GROSSARLTAL

Für alle die das Großarltal nicht kennen: das Tal liegt im Süden des Salzburger Landes in einem der 5 Gaue – dem Pongau. Hier sind das Wanderdorf Großarl und das Bergsteigerdorf Hüttschlag beheimatet. Besonders bekannt ist es für seine Vielzahl an  Almhütten, die dem Tal auch den klingenden Beinamen „Tal der Almen“ eingebracht haben. Die 40 bewirtschafteten Almhütten, über 400 km markierte Wanderwege, aussichtsreiche Gipfel, blühende Almhänge und glasklare Bergseen lassen mein Wanderherz für diese urige Gegend höher schlagen.

Seit dem Jahr 1991 gehört das Tal zum Nationalpark „Hohe Tauern“, dem größten Nationalpark Mitteleuropas. Hüttschlag zählt seit 2008 zum erlesenen Kreis der Österreichischen Bergsteigerdörfer. Ein echtes Paradies für Wanderer und Naturliebhaber. 

KRISSY UND MICHA

Vor einigen Wochen kam es dazu, dass mich die liebe Krissy und ihr Freund Micha – die gerade im Hotel Nesslerhof zu Gast waren nach einigen Wandertipps gefragt haben. Dabei dachten sie an eine einfache Sonnenaufgangstour als Highlight ihren Urlaub abzuschließen. So kam mir die Idee, das Gründegg würde sich bestens dazu eignen. Mir fiel auf, ich war selbst schon öfters zum Sonnenuntergang in Großarl unterwegs, aber habe noch nie eine Sonnenaufgangstour gemacht – das wird dann mal an der Zeit und so habe ich den beiden vorgeschlagen wir können doch die Tour zusammen machen.

DIE WANDERUNG

Es war eine kurze Nacht, von der Arbeit direkt nach Hause und um 3 Uhr früh holten mich die beiden ab. Wir machten uns auf den Weg in das Ellmautal, dem größten Seitental im Großarltal. Das Tal beherbergt einige Bauerngüter und ist auf beiden Seiten von Almen umgeben – ich empfehle dieses Tal besonders gern als Ausgangspunkt für viele verschiedene Wandertouren – hier ist es noch richtig urig.

Wir starteten um 3.30 Uhr am Talschluss beim Parkplatz Grund, dieser ist kostenfrei und ein super Ausgangspunkt für mehrere Wandertouren die sich auch als Rundwanderungen anbieten. z.B: von der Filmoosalm über die Loosbühelalm zur Weißalm… Wir folgten dem urigen Almsteig #62  zur Großellmau-Heimalm (diese ist nicht bewirtschaftet) weiters einen Fichtenhochwald hindurch und bis zu weiten Almwiesen.

Fast eine Stunde nach unserem Start haben wir nun auch die Ellmaualm erreicht, es ging die Außenbeleuchtung an als wir vorbeigingen. Das war ein tolles Bild, von der Alm auf den Vollmond zu blicken.

Hier oben wandert man nun über die Almwiesen den Bergkamm hoch. Wir kamen bald zur Weggabelung die zu den Trögseen führt – dazu später aber mehr. Von nun an folgen wir dem Weg #64 dem Berggrat entlang bis zum Gründegg.

Wir konnten von unten schon unser Ziel sehen, aber glaubten es kaum wie schnell man doch hier hochgelangt. Nur noch wenige Minuten und wir haben den Gipfel erreicht. Das Gründegg liegt auf 2.168 m genauso hoch liegt auch der Nachbarsgipfel – das Rossfeldeck.

Was für ein Gefühl. Ich konnte seit langem wieder meine Leidenschaft für solch schöne Sonnenaufgangstouren spüren. Das Licht zur blauen Stunde noch ganz blau getaucht.  Wir mussten noch einige Zeit auf das Highlight den Sonnenaufgang warten. Eine halbe Stunde lang haben wir uns gegenseitig bei Laune gehalten, der warme Tee war da echt Goldwert. Ich blickte in Richtung Radstätter Tauern, da leuchtete ein roter Feuerball. Die Sonne war noch hinter einigen Wolken versteckt.

WENN AUS GASTFREUNDSCHAFT ECHTE BERGFREUNDSCHAFT WIRD

Aber dann, spüren wir die Wärme auf unseren Gesichtern, es wird mir ganz warm und wohl ums Herz. Dazu noch der tolle Ausblick, das lässt mir immer wieder aufs Neue das Herz aufgehen. Auch Krissy und Micha sind sehr besgeistert, für Krissy ist es sogar ihre erste Sonnenaufgangstour in der Bergwelt. Was für eine Ehre, so einen Moment gemeinsam zu erleben. Durch solche Momente kann man wohl sagen, wenn aus Gastfreundschaft echte Bergfreundschaft wird. Und um so ein Gefühl in Bildern festzuhalten haben die beiden ganz toll für mich gemodelt.

Sie haben mit ihren Händen ein Herz gebildet, das Bild ist einfach nur traumhaft schön und ich bin so froh dass ich den Moment so toll eingefangen konnte. Im Hintergrund der Blick auf die Tauern, die Sonnenstrahlen leuchten so warm und die beiden stehen mitten im hohen Sommergas. Einfach atemberaubend schön – ich kann euch gar nicht genug davon vorschwärmen.

DAS GRÜNDEGG – 2.168 m

Ich bin sehr beeindruckt von der Vielseitigkeit des Gründeggs. Richtung Süden blickt man auf den imposanten Draugstein, Richtung Norden zum Penkkopf und Richtung Westen zum Saukarkopf. Weiters kann man die tolle Bergkulisse der Radstätter Tauern, des Tennengebirges, das Hegengebirge und des Hochkönigs bewundern. Wenn einem so ein Ausblick nicht den Atem gestohlen hat – dann der Berggipfel vom Gründegg selbst.

DER EISENHUT

Hier blüht gerade der blaue Eisenhut inmitten der hohen Gräser. Ein schönes Bild, denn im Hintergrund liegen zahlreiche kleine Seen und eine tolle Berglandschaft. Bitte passt aber auf, denn sämtliche Pflanzenteile vom Eisenhut sind giftig. Und er wird leicht mit den Lupinen verwechselt. Früher verwendete man das Gift des Eisenhuts (Aconitin), um Pfeilspitzen zu präparieren. Heute steht der Eisenhut sogar unter Naturschutz, für ein tolles Landschaftbild blüht er vom Frühsommer bis zum Spätsommer.

DIE TRÖGSEEN

Nun merkten wir dass das Wetter seinen Plan ändert, denn auch schon der Wetterbericht hatte für den restlichen Tag starken Wolkenwechsel vorhergesagt. Umso besonders macht es diesen Moment für uns, dass wir so viel Glück mit den Sonnenstrahlen für einen schönen Sonnenaufgang in den Bergen hatten. Wir machen uns auf den Weg zurück, nun können wir den ganzen Wanderweg bei Tageslicht sehen und ich bin sehr verliebt in die lila Almhänge. Nein ich habe keine rosa Sonnenbrille auf. Das Heidekraut oder bei uns als Erika bekannt hat grad seine Blütezeit und ich finde es ist das Highlight der Tour.

Von den lila Berghängen hat man einen fantastischen Blick auf ein Naturjuwel: den Trög Seen, diese „Lacken“ sind kleine Gebirgsseen und im Hochsommer stets für eine Abkühlung gut. Im Herbst färben sich auch die Heidelbeerblätter rot, da ist das Landschaftbild hier oben mit den Seen ein echtes Must-See. Ich freue mich schon auf den Indian Summer in der Großarler Bergwelt.

Weiter gehts auf den selben Weg zurück, aber wenn ihr mal hier seid und das Großarltal noch nicht so gut kennt wie ich, dann dehnt doch eure Wandertour noch weiter aus, zum Beispiel weiter an den Trögseen vorbei bis zum Saukarkopf und der Saukaralm. Für den Rücktransport zum Ausgangspunkt gibt es im Tal der Almen mehrere Wandertaxi und gute Busverbindungen.

  • WANDERWEGE: #62 + #64

  • DAUER: 3 h insgesamt

  • STRECKE: 8 km insgesamt

  • AUFSTIEG: 820 Höhenmeter

  • ZIELGRUPPE: die ganze Familie, ohne Kinderwagen

 

Mit öffentlichen Verkehrsmittel: Buslinie 541 Haltestelle Grundlehen

„Eine großartige Bergtour für Sonnenaufgänge im Spätsommer – vor allem wenn das Heidekraut lila blüht und sich die Heidelbeerblätter rot färben. Ein vielseitiger Gipfel mit einer einzigartigen Aussicht auf eine tolle Bergwelt und der sich bestens für Jung und Alt eignet.

Was hat dir an der Wanderung am besten gefallen? Du hast eine Frage zu der Tour oder an mich? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen – ich freue mich von dir zu hören

Du bist verzaubert vom GROSSARLTAL? Hör rein in die Podcastfolge: ein Juwel der Ostalpen der Tappenkarsee

a Gitsch in Kartitsch - Tappenkarsee

Tappenkarsee

Podcastfolge: ein Juwel der Ostalpen der Tappenkarsee in Kürze folgt hier die ganze Podcastfolge als Blogartikel mit meinem Bilderbuch dazu   – würde mich sehr darüber freuen, wenn du wieder vorbeischaust

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