eine Sonnenaufgangswanderung zum goldenen Herbst - das Highlight der Tour die Hirzegglacke

Podcastfolge: Sonnenaufgangstour

auf die Spiessnägel

In dieser Folge erzähle ich euch von einer Wanderung für alle Sinne, die hoffentlich auch euch verzaubern wird.

Es geht zum Aschauer Wasserfall –  ich empfehle euch diese Tour vom kleinen Bergdorf Aschau aus zu starten, entlang am Wanderweg  Unterer Grund Ache. Denn das wildromantische Spertental ist ein tolles Naherholungsgebiet und wird eure Sinne sicherlich sehr beeindrucken.

In der Nähe vom Wasserfall gibt es eine beeindruckende Hängebrücke mit einer schönen Aussichtsplattform. Von dieser aus kann man auf den tosenden Wasserfall und den rauschenden Wildbach der Aschauer Ache von oben schauen.

SAGENUMWOBENER WASSERFALL

Um den Aschauer Wasserfall rankt sich die tragische Sage um die wilden Fräulein von FalkensteinDer Wasserfall soll die Tür verdecken, die zur ehemaligen Burg Falkenstein oberhalb vom Wasserfall führt. Während der Alpzeit kamen früher immer die wilden Fräulein von Falkenstein, um sich mit den Hirten zu treffen.

Jedes von diesen Fräulein hatte ihren eigenen Hirten und durfte auch nur von diesem gesehen werden. Nacht für Nacht trafen sich Fräulein und Hirte. Die Hirten bekamen von ihrem Fräulein wertvolle Geschenke.

Nachdem einer der Hirten etwas besonders Wertvolles erhalten hatte, haben sich die anderen Hirten sich eines Nachts hinter ihm her geschlichen. Sie wollten herausfinden, wer ihm die Geschenke gab. Als sie so das Fräulein zu Gesicht bekamen, war das Geheimnis gelüftet und somit endete für immer die Verbindung zwischen den Hirten und den Fräuleins.

Von da an hat man die wilden Fräulein nie wieder gesehen. Aus Rache ärgerten die Fräulein die Hirten immer heimlich: Sie stachelten friedfertige Kühe zum Kampf an oder sorgten dafür, dass das sich deren Vieh verlief. So spürten die Hirten immer wieder die Anwesenheit der Fräulein, ohne sie jemals wiedergesehen zu haben.

BURG FALKENSTEIN

Wer sich selbst auf die Suche nach den sagenumwobenen Fräulein machen möchte, von der Schaukäserei Kasplatzl führt der Hirzegg Jägersteig #10 bis zur Sonnwendalm. Die Ruine befindet sich etwas nördlich der Alm auf einem markanten Felsen auf ca. 1.300 m. Die Burg Falkenstein dürfte der damalige Herzog um 1250 aufgegeben und somit ihrem Verfall überlassen haben. Eine urkundliche Erwähnung Falkensteins stammt noch aus dem Jahr 1314. 

DIE WANDERUNG

Vom Parkplatz Unteren Grund Ache, neben der Schaukäserei Kasplatzl beginnt der gemütliche Hirzegg Jägersteig #10 durch den Wald, vorbei an der Sonnwendalm. Nach ca 1,5 Stunden gelangten wir in finsterer Nacht zur Hirzeggalm auf 1.553 m. Hier führt ein schmaler Pfad über einige Serpentinen, die Ostflanke des Grashügels hinauf zur Spießnägel.

Langsam kann man zur blauen Stunde auch das Landschaftsbild erkennen. Im Hintergrund hatten wir einen tollen Blick auf das Brixental, das früh morgens von einer faszinieren Hochnebeldecke ganz verschleiert war. Was für ein beeindruckender Sonnenaufgang, solche Momente kann man am Besten im Herbst erleben.

Wir erreichten ein vorgelagertes Plateau mit einem idyllischen Moorsee. Von hier aus sind es nur noch wenige Minuten bis zum höchsten Punkt der Spießnägel. Wir konnten hier die Gämse beobachten – diese waren wohl schon vor uns am Gipfel oben. Für so ein tolles Szenario hat sich das frühe Aufstehen gelohnt. Hier befinden wir uns sogar in einem Schutzgebiet für das Auerhuhn, sowie Rotwild und Steinböcken.

DIE SPIESSNÄGEL – 1.880 m

Am Gipfel des Spießnägel auf 1.880 m angelangt wurden wir von dem grandiosem Panorama in seinen Bann gezogen. Was für ein Sonnenaufgang – die goldene Stunde macht hier oben ihrem Namen alle Ehre. So ein Erlebnis kann ich euch nur wärmstens ans Herz legen. So weit mein Auge blicken konnte, war ich umgeben von orange leuchtenden Bäumlein. Was für ein schöner „Herest“ würden die Brixentaler wohl sagen – „Herest“ bedeutet nichts anderes als Herbst. Dieser Bergmoment war einfach nur traumhaft schön.

Das schöne Holzkreuz mit einer Jesusabbildung in der Mitte passt hier wirklich gut in das Landschaftbild. Es wurde vor einigen Jahren von der Landjugend aufgestellt.

Nach einer langen Fotopause, um all die schönen Motive festzuhalten setzten wir unsere Wanderung in südlicher Richtung fort und wanderten wir eine Senke hinab. Hier sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vorausgesetzt, denn man gelangt zu einer kurzen felsigen Stelle. Es folgt eine Stufe die durch eine Eisenkette gesichert ist.

Der Wanderpfad #10 führt weiter über den Grad, einer grasigen Hochfläche entlang bis man zur romantischen Hirzegglacke kommt – das Highlight der Tour. Eine traumhafte Bergkulisse spiegelt sich im Wasser – es handelt sich um den mächtigen Großer Rettenstein. Für die gut konditionierten, schwindelfreien Bergwanderer unter euch, mein Tipp: die Tour vom Spießnägel mit dem Großen Rettenstein zu verbinden.

Die Hirzegglacke ist das perfekte Fotomotiv, doch passt auf dass ihr nicht im umliegenden Moor versinkt. Hier habe ich wieder zahlreiche „Zwoschbolan“ gefunden – so nenne ich die Heidelbeeren, die ich sofort zum Frühstück vernascht habe.

Unterhalb der Lacke führt uns der Wanderpfad links über einige Serpentinen, wieder hinunter zur Hirzeggalm.  Dort machten wir einen willkommenen Einkehrschwung zum Mittagessen. Es gab sogar meine Leibspeise: Röstkartoffeln. Die Sennerin ist ein echtes Urgestein und wir hatten Glück, denn im Herbst ist die Alm noch an schönen Wochenenden geöffnet.

Wir ließen unseren Wandertag nun ausklingen, folgten wieder den Hirzegg Jägersteig zurück zum Parkplatz Unteren Grund Ache. Wenn die bunten Blätter anfangen unsere Wege zu schmücken – ja dann hab ich Herstklopfen. Und dabei habe ich noch einen Igel am Forstweg entdeckt, dieser war echt „gschtiascht“ – das bedeutet so viel wie niedlich.

  • WANDERWEGE: Hirzegg Jägersteig #10 + #20

  • DAUER: 5,5 h insgesamt

  • STRECKE: 14 km insgesamt

  • AUFSTIEG: 900 Höhenmeter

  • ZIELGRUPPE: Wanderfreunde & Hobbyfotografen

 

Mit öffentlichen Verkehrsmittel: Buslinie 4004 Haltestelle Aschau Dorf – ich empfehle euch den Aufstieg von der Kneippanlage in Aschau.

„Eine großartige Bergtour für Sonnenaufgänge zum goldenen Herbst – aber auch zur Almrosenblüte. Das Highlight der Tour ist die Hirzegglacke, für diesen Teil der Tour sind Schwindelfreiheit und Trittsicherheit vorausgesetzt.“

Was hat dir an der Wanderung am besten gefallen? Du hast eine Frage zu der Tour oder an mich? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen – ich freue mich von dir zu hören

Du bist verzaubert vom BRIXENTAL? Hör rein in die Serie mein Wanderherbst in den Kitzbüheler Alpen….

a Gitsch in Kartitsch - Brixental_01

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