das Highlight der Winterwandertage ist der "Kartitscha" Hausberg:
der Dorfberg

Podcastfolge: Winterwandern in Kartitsch 

In dieser Folge nehme ich dich mit auf eine Winterwanderung in meiner Wahlheimat dem Bergsteigerdorf Kartitsch, das Österreichs erstes Winterwanderdorf ist.

Ich erzähle dir von den Europäischen Winterwandertagen die vom 10.03-13.03. in Kartitsch stattgefunden haben. Komm mit mir auf die Sonnenseite des Tiroler Gailtals.

Der Trend bewegt sich Abseits vom klassischen Wintertourismus mit Hüttengaudi und Aprés Ski und legt Wert auf Nachhaltigkeit und Entschleunigen. Ziel ist es das Bewusstsein der Leute dafür zu stärken, dass körperliche Aktivität eine der Grundvoraussetzungen für ein gesundes Leben ist. Winterwandern entschleunigt, durch aktive Regenration im Einklang mit der Natur werden Körper und Geist wieder eins.

Dabei möchte man Jung und Alt ansprechen, denn es ist für jedes Fitnesslevel eine passende Tour dabei. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade der 9 zertifizierten Winterwanderwege garantieren atemberaubende Bergmomente, ohne dass man nach Luft ringen muss. Die Routen sind pink beschildert, bestens gepflegt und bieten viele sonnige Rastplätze zum Krafttanken.

Alle angebotenen Winterwanderungen werden natürlich von einem offiziellen Wanderführer begleitet.

DIE FAKELWANDERUNG

Am zweiten Abend nahm ich bei der Fackelwanderung über den „Künstlerweg Oswald Kollreider“ nach St. Oswald teil. 
Wir trafen uns wieder am Kartitscher Dorfplatz, wo für jeden Teilnehmer Fackeln bereit lagen. Leider war es bei der Fackelwanderung sehr windig und deshalb mussten wir schon nach Kurzem auf die Fackeln verzichten und haben anstelle unsere Taschenlampen am Handy benutzt. Somit ging es auf eine Nachtwanderung von Kartitsch nach St. Oswald. 
Im Gasthof Dorfberg ließen wir den Abend bei einem unterhaltsamen Abend mit uriger Musik ausklingen.

DIE WANDERUNG

Der Wandersteig führt gegenüber vom Gemeindeamt hoch zum Wiesenweg, auf einer Anhöhe steht ein winterfester Rastplatz neben der Böllerhütte und der „Obertrojer Harpfe“. Als Harpfe wird ein Bauwerk aus Holz mit senkrechten Pfosten und waagerechten Brettern zum Trocknen von Heu oder Getreide bezeichnet. Wir steigen auf den Künstlerweg Oswald Kollreider ab und folgen weiter den pinken Wegweisern nach St. Oswald. Über den Gipfeln vom Karnischen Kamm liegt eine weiße Nebeldecke, kaum zu glauben dass des Wetterbericht für heute strahlenden Sonnenschein versprochen hat.

Der Wanderweg führt rechts an der Schlepplifttrasse bergauf, dieses Stück ist der steilste Abschnitt unserer Wanderung. Dafür werden wir mit einem tollen Ausblick auf das gegenüberliegende Winkler Tal belohnt. Wir kreuzen den Schlepplift und beobachten die Zubringung der zweiten Wandergruppe. Sie werden von St. Oswald mit einem Loipengerät mit Mannschaftskabine die Skipiste hochtransportiert. Wir wandern nun weiter auf dem Gailtaler Höhenweg #229, nach etwa 2 Stunden haben wir den Ansteig geschafft und legen eine kleine Pause ein. Nun zeigt sich, dass der Wetterbericht nicht zu viel versprochen hat. Die weißen Nebelwolken weichen einem strahlend blauen Himmel.

Hier oben eröffnet sich erst der wahre Zauber des Winterwanderdorfs Kartitsch, das sich ganz zurecht diesen Beinamen verdient hat.

HÖHENLOIPE DORFBERG

Neben dem präparierten Winterwanderweg verläuft die Höhenloipe auf der 4 Langläufer an uns vorbeilaufen. 
Der Ausgangspunkt für die Höhenloipe Dorfberg ist St. Oswald, von hier aus wird man mit einem Loipengerät mit Mannschaftskabine oder Motorschlitten zur Loipe gebracht. Sie befindet sich auf 1.820 m bis 1.950 m und ist eine tolle Möglichkeit dem Langlaufsport nachzugehen. Diese 10 km lange Loipe darf sich auch Panoramaloipe nennen und ist für Klassisch und Skating gespurt
Die Zubringung erfolgt an Schönwettertagen täglich um 09:30 Uhr und 10:30 Uhr, die Abholung am Berg erfolgt um 13:30 Uhr und 14:30 Uhr.

Wir wandern weiter am sonnigen Hochplateau entlang und biegen einmal rechts zu einem Aussichtsplatzerl ab. Vorbei an einer kleinen „Schupfe“, an der gerade 2 Langläufer Sonne tanken. Von hier aus haben wir einen spektakulären Panoramablick auf den Karnischen Kamm mit dem Hoher Bösring, Öfenspitze, Hochegg, der Großen Kinigat, Pfannspitz und die Gatterspitze. Eine einzigartige Bergwelt ganz nach dem Motto Osttirol – dein Berg Tirol.

Es geht nochmal das Stück zurück und ganz gemütlich weiter durch einen lichtdurchfluteten Fichtenwald in Richtung Ochsenwiese. Auf einer Lichtung machen wir kurz Halt um die gefrorenen Fichtennaden im warmen Mittagslicht zu fotografieren. Was für ein schönes Naturphänomen, dabei erklärte uns Jan eine Pflanzenart die mir bisher unbekannt war.

WOLFSFLECHTE – Letharia vulpina

Die auffällig, leuchtend zitronengelbe Wolfsflechte ist sparrig verzweigt und wächst bärtig an Lärchenbäumen die sich oberhalb der Waldgrenze befinden. Oft ist sie auch auf Schindeldächern und an verwitterten Scheunenbrettern oder Zäunen anzutreffen. Deshalb wird sie in Schweden auch als taklav („Dachflechte“) bezeichnet. Die Färbung der Flechte ist auf den Gehalt von Vulpinsäure zurückzuführen, die als starkes Gift auf das zentrale Nervensystem wirkt. Es ist nicht nur für fleischfressende Wirbeltiere, sondern auch für Insekten und Mollusken giftig. In Skandinavien wurde sie früher zum Vergiften von unliebsamen Futterfeinden wie Wölfen und Füchsen verwendet indem man die Fleischköder im Sud der Wolfsflechte auskochte, daher der Name Wolfsflechte.

OCHSENHITTL

Wir setzen unsere Wanderung fort, am fetzblauen Horizont kann ich ein Kleinflugzeug hören. Bei so einem Wetter muss der Blick von oben auf die Bergwelt traumhaft schön sein. Am Wegesrand kann ich eine Hasenspur erkennen, seine Spur ist oft Ypsilon-förmig angelegt. Das heißt zwei Pfoten nebeneinander und zwei Pfoten in einer Linie, mittig dahinter. Es geht vorbei an einer dreistämmigen, riesengroßen Lärche, neben ihr ein winterfester Rastplatz. Passend zur Mittagszeit erreichen wir  endlich zur Ochsenwiese, auf einer Anhöhe kann ich auch schon das Ochsenhittl erkennen. Bei Schönwetter ist das Ochsenhittl von 11-16 Uhr geöffnet .

 

Ein wirklich einzigartiger Platz, denn hier ragt mitten aus der Schneelandschaft ein Balkon, als ich ihm näher komme, sehe ich dass es sich um einen hölzernen Aussichtsbalkon handelt. Grad im Winter finde ich die Aussicht von hier ganmz besonders. Eine märchenhafte Winterlandschaft mit faszinierendem Blick auf den Karnischen Kamm. Jan meinte, ich sehe richtig glücklich aus und so habe mich mich auch gefühlt, ja mein Strahlen bei diesem Anblick hättest du sehen sollen.

Ringsum das Ochsenhittl sind mehrere Liegestühle neben den winterfesten Rastplatz aufgestellt, die zum Sonne tanken einladen. Wir setzten uns auf die Terasse und ich genieße eine Kaspressknödelsuppe, so kann ich voller neuer Kraft weitergehen.

DORFBERG

Nun ist es nicht mehr so weit, wir kommen aus dem dichten Winterwald heraus und befinden uns nun auf den Breitwiesen 1.999 m. Bereits an der Schranke kann man den weiß leuchtenden Vollmond im starken Kontrast zum sattblauen Himmel über dem Gipfelkreuz vom Dorfberg sehen, was für ein Szenario.

Die Schneedecke hier am Sonnenplateau hat leider einen brüchigen Harschdeckel, der nicht fest genug ist um uns zu tragen und so bricht man Schritt für Schritt ein, was ein Weiterkommen fast unmöglich macht.

 

Von hier weck, würde der Weg zum Gipfel vorbei an ein paar Schupfen, durch einen lichten Lärchenwald führen. Einen steilen Schlusshang hinauf bis zum Dorfberg. Das hölzerne Gipfelkreuz befindet sich auf dem weitläufigen Gipfelplateu auf 2.115 m.

 

Weil wir an dieser Stellen schon an die 4 Stunden unterwegs sind, entscheiden wir uns kehrt zu machen und treten den Rückweg an. Dafür folgen wir dem Wanderweg rechts unterhalb der Breitwiesen nach Rauchenbach. Auch für den Abstieg empfiehlt es sich an diesem Tag die Halbsteigeisen zu verwenden.  Es geht über den breiten Wanderweg #12 stetig über ein paar Kehren bergab. Wir hören den Küchbach neben uns runterplätschern und immer wieder wird man von traumhaften Ausblicken verzaubert. Ich kann dir gar nicht sagen wieviele Fotostops ich gemacht habe, dabei war ich nicht die Einzige. Mimmo und Gerhard waren auch sehr eifrig am festhalten der wunderschönen Bergmomente.

 

Nun kann man auch schon die Bundesstraße #111 nach Obertilliach von den Wiesen heroben erkennen. Wir kommen an einem Vogelfutterhäuschen und einigen Bienenstöcken vorbei, bei denen schon ein emsiger Treiben geherrscht hat, da die warmen Sonnenstrahlen und der wenig vorhandene Schnee, die eifrigen Honigsammler schon früh im Jahr aktiv hat werden lassen. Ein weiteres schönes Fotomotiv sind die einzelnen Schupfn in der Wiese unterhalb von uns am Kartitscher Sattel. Als wir vom Wald herauskommen eröffnet sich ein Weitblick auf das idyllische Bergdorf Kartitsch. Es ist nicht mehr weit, nur noch ein paar Schritte bis nach Rauchenbach. Passend zum Ende der Wanderung taucht das Licht die umliegende Berglandschaft in eine goldene Farbe. Es dauert nicht mehr lange bis zum Sonnenuntergang hinter der Bergkulisse.

KLAMMERWIRT

Wir lassen unseren gelungenen Wandertag bei einem Kaffee auf dem Sonnenbalkon beim Klammerwirt am Kartitscher Sattel ausklingen. Von hier aus hat man einen faszinierenden Blick auf die Große Kinigat und den umliegenden Karnischen Kamm, im Vordergrund thront auf einem Hügel eine wunderschöne kleine Kapelle. Neben der tollen Aussicht wird man auch von der netten Gastfreundschaft vom Wirt Sepp Klammer verwöhnt, hier kehrt man gerne ein.

KARTITSCHER SATTEL

Der Kartitscher Sattel liegt auf 1.525m und ist die Talwasserscheide von der nach Osten fließende Gail und dem nach Westen fließenden Gailbach. Zudem ist der Sattel ein idealer Ausgangspunkt für mehrere Wandertouren wie den Grenzlandwanderweg und auf die Öfenspitze.

 

Der Shuttledienst bringt uns wieder zurück zum Ausgangspunkt dem Dorfplatz in Kartitsch. Hier verbschieden wir uns alle herzlich voneinander und freuen uns auf ein Wiedersehen, vielleicht schon bald bei den nächsten Europäischen Winterwandertagen im Pillerseetal in Tirol.

  • WANDERWEG: Dorfberg

  • DAUER: 5 h

  • STRECKE: 13,6 km

  • AUFSTIEG: 650 Höhenmeter

  • ZIELGRUPPE: sportliche Winterwanderer, Schneeschuhwanderer & Skitourengeher

Mit öffentlichen Verkehrsmittel: Buslinie 965
Haltestelle Kartitsch Gemeindeamt.

„Diese mittelschwierige Winterwanderung lässt mein Herz höher schlagen: man wird nicht nur von den warmen Sonnenstrahlen verwöhnt, nein auch von einer atemberaubenden Aussicht hoch oben über Kartitsch. Ein bestens präparierter Winterwanderweg mit tollen winterfesten Rastplätzen führt zum Hausberg von Kartitsch. Für alle Winterliebhaber ein echter Trau, denn meine Wahlheimat Kartitsch ist das erste Winterwanderdorf Österreichs. Bewusst und Naturnah durch eine märchenhafte Winterkulisse, ein Urlaub zurück zum Ursprung.“

Was hat dir an der Winterwanderung am besten gefallen? Du hast eine Frage zu der Tour oder an mich? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen – ich freue mich von dir zu hören

Du bist verzaubert vom Bergsteigerdorf KARTITSCH? Hör rein in die anderen Folgen aus meiner Wahlheimat….

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